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Berufliche Massnahmen haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn der Patient dazu motiviert ist. Hierzu bedarf es unseres Erachtens einer offenen Kommunikation: Die Aussicht auf Dauerleistungen (Renten) sind in der heutigen Zeit bei vielen Schmerzleiden schlecht.1 Berufliche Massnahmen sind oft die einzigen Leistungen, die heute von der IV bei Schmerzpatienten realistischerweise erwartet werden können.


Wenn Sie als behandelnder Arzt solche beruflichen Massnahmen mit Ihren Patienten frühzeitig besprechen und bestenfalls in Arztberichten erwähnen oder selber bei der IV einfordern, so sind die Chancen umso grösser, dass diese auch gewährt werden. Im optimalen Fall führen sie zu einer tatsächlichen Verbesserung oder gar einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt.


Scheitert hingegen ein Arbeitsversuch trotz hoher Motivation des Patienten, liegt ein sehr gewichtiges Gegenargument vor, um allenfalls spätere unrealistische medizinisch-theoretische Gutachten zu entkräften. Wir empfehlen also allen Betroffenen, mit voller Motivation und vollem Einsatz an Arbeitsversuchen oder Arbeitstrainings mitzuwirken. Reale Arbeitsversuche oder Arbeitstrainings sind oft die einzige Chance des Versicherten, seine Einschränkungen nachzuweisen.


Wir legen Ihnen ans Herz, mit Ihren Schmerzpatientinnen und -patienten berufliche Massnahmen (v.a. Arbeitstrainings und Arbeitsversuche) möglichst früh zu besprechen, sie dazu zu motivieren und allenfalls sogar bei der IV solche Massnahmen einzufordern.


Für Schmerzpatienten wird die IV immer weniger von selbst aktiv.


Mit freundlichen Grüssen
R. Deecke, Präsident


1 Eine Studie der Universität Zürich kam zum Schluss, dass das Bundesgericht in den letzten 220 Urteilen bloss eine einzige Beschwerde guthiess und eine Rente zusprach!


Wir empfehlen:
Dem Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes muss höchste Priorität eingeräumt werden, sofern dieser medizinisch zumutbar ist.


Fordern Sie die IV bei Arbeitsplatzverlust in Arztberichten und Schreiben im Namen Ihres Patienten auf, Arbeitsversuche oder Arbeitstrainings einzuleiten!


Besprechen Sie mit Ihren Patienten möglichst frühzeitig berufliche Massnahmen! Motivieren Sie sie dazu allenfalls mit dem Hinweis, dass

  • bei Schmerzleiden nur sehr selten Aussicht auf dauerhafte Sozialversicherungsleistungen (Renten) besteht!
  • jede Chance und jedes Hilfsangebot seitens der IV unbedingt angenommen werden sollte!
  • Solche Massnahmen zu einer Stabilisierung des Zustandes führen können und zudem Taggelder ausgerichtet werden!
  • IV-Gutachter Schmerzleiden oftmals als nicht objektivierbar erachten und daher regelmässig hohe oder gar volle Arbeitsfähigkeiten attestieren!
  • Arbeitsversuche und Arbeitstrainings oftmals die einzige Möglichkeit für den Patienten sind, die effektive Arbeits- und Leistungsfähigkeit nachzuweisen!
  • es allerdings unabdingbar ist, dass der Patient an solchen beruflichen Massnahmen motiviert und mit vollem Einsatz teilnimmt, andernfalls sind die Resultate meist nicht verwertbar!

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